

Doku - 10:26 Min.
Eintauchen — Bild für Bild.
Der Heide Park gehört seit 2007 einem der größten Freizeitparkkonzerne der Welt und steht heute exakt dort, wo er schon vor zwei Jahrzehnten stand. Das ist kein Zufall, sondern das System von Merlin Entertainments.
Merlin Entertainments ist der zweitgrößte Freizeitparkbetreiber der Welt, direkt hinter Disney. 2019 wurde der Konzern von der Börse genommen und für 5,5 Milliarden Euro aufgekauft, mit geliehenem Geld, das anschließend auf das Unternehmen selbst geladen wurde. Merlin muss also seinen eigenen Kaufpreis mit seinen eigenen Parkeinnahmen abbezahlen. Heute schleppt der Konzern über 5 Milliarden Euro Schulden mit sich und die Ratingagentur S&P bewertet die Finanzstruktur offiziell als „nicht nachhaltig".

Wir sind sehr glücklich, dass unser Mutterkonzern Merlin Entertainments die beachtliche Summe von 12 Millionen Euro dafür aufwendet
Die letzte richtig neue Achterbahn im Heide Park war der Flug der Dämonen, eröffnet 2014, also vor über einem Jahrzehnt. Im selben Zeitraum investierte Merlin in Großbritannien massiv, während im Heide Park gleichzeitig Dinge verschwanden. Der Panoramaturm wurde nach 37 Jahren abgerissen und auch die Oldtimerbahn wurde 2025 stillgelegt, beides ohne Ersatz. Die Besucherzahlen lagen 2019 bei rund 1,7 Millionen und 2023 bei ca. 1,68 Millionen. Fast zwei Jahrzehnte, und der Park steht exakt dort, wo er schon stand.

Nice-to-know
Die 12-Millionen-Euro-Sanierung von Colossos wäre mit vorausschauender Wartung vermutlich nie nötig geworden – weil die Holzschienen über Jahre nicht ausreichend gewartet wurden, war ein schrittweiser Austausch irgendwann nicht mehr möglich und alles musste auf einmal erneuert werden.
Es geht nicht darum, dass Merlin den Heide Park nicht mag, oder die Menschen vor Ort keinen guten Job machen würden, es geht um ein System, das strukturell gegen langfristige Parkentwicklung arbeitet. Konkurrenten wie der Europa-Park, das Phantasialand oder der Hansa-Park gehören Familien, deren Gewinne direkt zurück in den Park fließen statt als Zinsdienst aus dem Unternehmen heraus. Das ist nicht das Ergebnis von mehr Glück oder besserer Lage, das ist das Ergebnis einer Eigentumsstruktur, die einen anderen Zeithorizont hat.
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