

Doku - 11:53 Min.
Eintauchen — Bild für Bild.
Europäische Freizeitparks bauen auf weniger Fläche, mit weniger Geld – und schaffen trotzdem Erlebnisse, die amerikanische Parks mit zehnfachem Budget teilweise nicht hinbekommen.
Der klassische amerikanische Freizeitpark lebt von Gegenwart – Geschwindigkeit, vermeintliche Gefahr, Unmittelbarkeit. Der europäische Themenpark funktioniert umgekehrt: Er soll den Besucher mental aus seiner Welt herauslösen und in eine andere transportieren. Diese Grenze zieht sich durch die gesamte Industrie und sie wurde 1955 durch Disneyland gezogen.

Man denke nicht in Quartalen, sondern in Generationen.
Phantasialand liegt auf 28 Hektar, da sind manche Parkplätze amerikanischer Parks sogar größer. Trotzdem sieht man aus keiner Perspektive irgendetwas, das nicht zur Themenwelt gehört. Die Achterbahn F.L.Y. in Rookburgh wurde z.B. nicht neben dem neuen Hotel gebaut, sondern das Hotel wurde um die Achterbahn herum gebaut. Die Attraktion ist nicht das Produkt – die Welt ist es.

Nice-to-know
Toverlands Avalon-Erweiterung kostete 35 Millionen Euro für sieben vollständig thematisierte Hektar. Disneys Star Wars: Galaxy's Edge kostete pro Hektar das 32-fache – und verfehlte nach der Eröffnung die internen Erwartungen trotzdem deutlich.
Six Flags und Cedar Fair, die größen Freizeitunternehmen der Branche müssen alle drei Monate Aktionären erklären, warum Besucher wiederkommen. Die Macks beim Europa-Park denken nach eigener Aussage nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Auch der niederländische Freizeitpark Efteling gehört zu 100 % einer Stiftung, deren erklärtes Ziel es ist, in siebzig Jahren noch zu existieren. Das sind keine Designentscheidungen – das sind Konsequenzen der Eigentumsstruktur.
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