

Doku - 10:07 Min.
Eintauchen — Bild für Bild.
3.800 Kilometer trennen zwei fast identische Kugeln – eine in Orlando, eine in Rust. Die eine fährt seit 54 Jahren mit unveränderter Technik, während der Park drumherum sich ständig neu erfindet. Die andere steht in einem Park, der 2025 zum zehnten Mal als bester Freizeitpark der Welt ausgezeichnet wird – ohne dabei sein Grundkonzept je infrage zu stellen.
Spaceship Earth im Freizeitpark Epcot ist seit 1982 unverändert, eine geplante Renovierung wurde 2020 gestrichen und nie nachgeholt. Im Europa-Park steht seit 1989 eine fast identische Kugel, in der Szene als “Epcot Spaceship Earth Knockoff” bekannt. Am 6. September 2025 gewinnt ausgerechnet der Park mit der Kopie zum zehnten Mal den Golden Ticket Award als bester Freizeitpark der Welt.

Der Grund dafür liegt nicht in der Kreativität der Designer. Er liegt daran, wem die Parks gehören und in welchem Zeitraum diese Eigentümer denken.
Disney ist börsennotiert und muss jedes Quartal Wachstum liefern. Am einfachsten mit bekannten Filmcharakteren, die sich in Kennzahlen übersetzen lassen. Die Familie Mack denkt dagegen nicht in Geschäftsjahren, sondern in Generationen. Der Europa-Park ist heute in der Hand der achten Generation, das Unternehmen wurde bereits 1780 gegründet.

Nice to know
Spaceship Earth in Orlando fährt noch heute mit 54 Jahre alter Technik – die letzte geplante Renovierung wurde 2020 wegen Corona gestrichen und bis heute nicht nachgeholt.
Zwischen 50 und 70 Millionen Euro fließen jährlich aus den eigenen Einnahmen zurück in den Europa-Park, ohne Fremdkapital oder Investoren. So entstanden unteranderem Rulantica (2019, ca. 180 Millionen Euro) oder die neuste Achterbahn Voltron Nevera (2024), gebaut vom parkeigenen Hersteller Mack Rides. Beide mit eigener Geschichte.
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